„Die Wurzel allen Übels“ – macht eine Wurzelkanalbehandlung krank?

Schon seit einiger Zeit werde ich immer häufiger auf einen Film aus dem vergangen Jahr angesprochen – „Root Cause“ (USA, 2017). Dieser ist seit 2018 in Deutschland auf diversen Streamingportalen zu sehen und hat unter den Patienten, aber auch unter meinen Kollegen für ein enormes Diskussionspotential gesorgt. Doch was steckt dahinter….

In „Root Cause“ geht es in erster Linie um die persönliche Leidensgeschichte eines Mannes, der nach einem traumatischen Schlag ins Gesicht ein Martyrium sonder gleichen durchlebt, ausgelöst durch die Behandlung eines wurzeltoten Zahnes. Erst nach vielen Jahren, unendlich vielen Therapien, Medikamenten und Arztbesuchen wird die Ursache ausgemacht und der wurzeltote Zahn letztlich entfernt. Alle Symptome, insbesondere auch die einer schweren Depression, sind wie weggeblasen, der Patient ist geheilt und teilt auf Netflix in einer sehr wissenschaftlich anmutenden Dokumentation sein einschneidendes Erlebnis mit der Welt. Der größte Konfliktbedarf jedoch wird ersichtlich, nachdem die Wurzelkanalbehandlung in direkten Zusammenhang mit der Häufigkeit von Brustkrebserkrankungen gebracht wird. Einer Behauptung, die laut des Films bereits seit vielen Jahren bekannt und in unzähligen Studien nachgewiesen worden sei.

Ich behandle nun seit vielen Jahren meine Patienten in fast allen Bereichen der Zahnmedizin und auch die Endodontologie (Lehre der Wurzelkanalbehandlung) ist wie die übliche Behandlung von Karies ein fester Bestandteil meiner täglichen Arbeit. Sie ermöglicht die Ausheilung chronisch entzündeter Zähne, ist für den beschwerdefreien Erhalt von strategisch wichtigen Zähnen für späteren Zahnersatz, oder gar zur Vermeidung von Lücken in der geschlossenen Zahnreihe verantwortlich. Die heute am häufigsten verwendeten Materialien (Guttapercha: ein Naturkautschuk) haben sich über viele Jahre hinweg bewiesen und gelten bis heute als zuverlässig und biokompatibel. Selbstverständlich muss man sich immer die Grenzen einer Behandlung eines so komplexen Systems wie dem unserer Wurzelkanäle vor Augen führen, denn trotz moderner Methodik ist sicherlich auch bei einer exzellent durchgeführten Wurzelfüllung mit einem Restrisiko von persistierenden Bakterien in den haarfeinen Verästelungen etwaiger Nebenkanälchen zu rechnen. Dennoch wird bei einer systematisch durchgeführten Nachbehandlung schnell ersichtlich, ob die Wurzelkanalbehandlung erfolgreich, oder als Misserfolg zu werten ist. Wird die Entzündung kleiner oder ist sie nach ca. 6 Monaten gänzlich verschwunden, ist der Patient beschwerdefrei und kann kraftvoll den betroffenen Zahn belasten? – nur einige von vielen sehr zuverlässigen Indizien die es uns ermöglichen, die sonst sichere Zahnentfernung zu vermeiden.
Auch die weiterführende Diagnostik und der Nachweis hartnäckiger, persistierender chronischer Entzündungen ist selbst im Anschluss an eine Wurzelkanalbehandlung heute möglich (Stichwort: Orotoxtest) um unseren Patienten ein maximales Maß an Sicherheit zu bieten.

Auch ich habe mir „Root Cause“ angeschaut und mich anschließend mit diesem Thema kritisch befasst. Niemand möchte mit seiner Behandlung Patienten nachhaltig schaden, geschweige denn Schuld an viel schwerwiegenderen Folgeerkrankungen wie beispielsweise einer Krebserkrankung sein. Doch aus eigener Erfahrung heraus, dem Austausch mit meinen Kollegen nach und dem Wissen zur aktuellen Studienlage möchte ich Sie ermutigen, auch weiterhin an die moderne Zahnmedizin zu glauben und der Endodontologie, einer seit mehreren Jahrzehnten valide studierten, zuverlässigen und erfolgreichen!!!! Methode zum dauerhaften Zahnerhalt den Vorzug zu geben. Ich selbst würde mich nach wie vor genauso behandeln lassen, entgegen und trotz aller zeitweiligen Trends und Stimmungen gegen die Schulmedizin, die sicherlich aus naturheilkundlicher Sicht Ihre Berechtigung haben.

Herzlichst – Ihr Dr. Matthias Brune

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